Mehr Kilometer aus Tank oder Batterie gewinnen

Sparsame Fahrer kommt günstiger ans Ziel. Wer eine entsprechende Fahrweise früh beherrscht, spart über die Jahre viel Geld. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH gibt Tipps, die sich besonders an Fahranfänger richten. Denn diese haben noch nicht die Routine erfahrener Autofahrer. Aber natürlich können sich auch Könner am Lenkrad die Spritspartipps noch einmal vergegenwärtigen.

Energie sparen mit Weitblick

Vorausschauendes Fahren ist der Schlüssel zu einem geringeren Energieverbrauch – und zu mehr Sicherheit. Wer frühzeitig vom Fahrpedal geht, spart Kraftstoff oder Strom, vermeidet starkes Verzögern und schont Motor wie Bremsen. Ein großzügiger Sicherheitsabstand und das rechtzeitige Ausrollen vor Ampeln oder Stauenden senkt zusätzlich den Stresspegel. Der ist bei Fahranfängern meist höher als bei erfahrenen Autofahrern. Mit dem Elektroauto ist diese Fahrweise besonders effektiv: Wer frühzeitig bremst und die Rekuperation genutzt, speist wertvolle Energie zurück in den Akku – so wächst die Reichweite ganz ohne zusätzliche Ladezeit.

In niedrigen Drehzahlen unterwegs

Ob mit Schalt- oder Automatikgetriebe: Niedrige Drehzahlen sind der Freund des sparsamen Fahrers. Viele moderne Fahrzeuge zeigen im Display, wann der optimale Zeitpunkt zum Hochschalten gekommen ist. Wer früh in den nächsthöheren Gang wechselt, senkt den Verbrauch und fährt zudem leiser. Klar – sportliches Fahren kann Spaß machen, doch Dauerbetrieb am Drehzahllimit gehört eher auf die Rennstrecke als in den Alltag.

Der richtige Reifendruck zahlt sich aus

Leicht vergessen, aber sehr wirksam: der korrekte Reifenluftdruck. Schon ein geringfügig zu niedriger Druck erhöht den Rollwiderstand der Pneus und damit den Verbrauch. Die GTÜ empfiehlt, den Luftdruck regelmäßig zu prüfen: am besten bei jedem zweiten Tankstopp oder mindestens einmal im Monat. Der richtige Wert steht meist auf innen auf der Tankklappe und immer in der Bedienungsanleitung. Das Reserverad nicht vergessen – im Pannenfall ist ein platter Ersatzreifen besonders ärgerlich.

Wartung spart Energie und Kosten

Ein gut gewartetes Fahrzeug läuft effizienter und hält länger. Bei der Hauptuntersuchung prüft die GTÜ die Emissionswerte. Die Werkstatt sorgt im Rahmen der Inspektion dafür, dass Motorparameter wie etwa der Zündzeitpunkt korrekt eingestellt sind und tauscht Zündkerzen wie Luftfilter turnusgemäß aus. Ein perfekt abgestimmter Motor arbeitet kraftvoller und sparsam zugleich.

Überflüssige Pfunde vermeiden

Jedes zusätzliche Kilo im Fahrzeug kostet Energie. Ob Getränkekiste, Werkzeug oder Sportausrüstung – wer Dinge wie diese über längere Zeit spazieren fährt, zahlt drauf. Schon 50 Kilogramm zusätzlich erhöhen den Verbrauch spürbar. Gleiches gilt für Dachboxen und Fahrradträger. Sie steigern den Luftwiderstand und damit den Energiebedarf – also nach dem Urlaub am besten schnell wieder abbauen.

Komfortsysteme bewusst nutzen

Klimaanlage, Sitzheizung oder die Heckscheibenheizung machen das Fahren angenehmer – erhöhen jedoch den Energieverbrauch. Es lohnt sich, diese Systeme gezielt und nur bei Bedarf einzuschalten. Das gilt besonders für Elektrofahrzeuge, bei denen jede gesparte Kilowattstunde zusätzliche Reichweite bedeutet.

Fazit: Sparsam fahren lohnt sich – für Geldbeutel, Fahrzeug und Umwelt

Energiesparendes Fahren bedeutet nicht, auf Komfort oder Sicherheit zu verzichten. Im Gegenteil: Wer mit Bedacht fährt, kommt entspannter ans Ziel, reduziert das Unfallrisiko und senkt die laufenden Kosten deutlich. Und manchmal ist der beste Weg, Energie zu sparen, noch einfacher: Das Auto stehen lassen, aufs Fahrrad steigen oder zu Fuß gehen – das entlastet nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Notbremsassistent: Wenn die Zehntelsekunde zählt

Wie er funktioniert, was er bringt – und warum der Fahrer verantwortlich bleibt.

Es passiert schneller, als man denkt: Im dichten Stadtverkehr rennt ein Kind zwischen zwei parkenden Autos auf die Straße. Auf der Autobahn staut es sich plötzlich. Im dichten Stadtverkehr kreuzt ein Fahrrad. In solchen Situationen bleibt nur wenig Zeit zum Reagieren. Wenn es für den Tritt auf die Bremse knapp wird oder falls es an Aufmerksamkeit fehlt, spielt der Notbremsassistent moderner Personenwagen seine Stärken aus: Er erkennt die Gefahren und reagiert rascher als es viele Fahrer tun.

Bei Neuwagen immer an Bord

Inzwischen gehört der Notbremsassistent zu den zentralen Standards der Fahrzeugsicherheit – in seiner Bedeutung vergleichbar mit dem Antiblockiersystem ABS oder dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP. Denn seit Juli 2022 ist er in der Europäischen Union für alle neu typgenehmigten Pkw-Modelle Pflicht, seit Juli 2024 gilt dies für jedes neu zugelassene Fahrzeug. Ebenfalls von der EU vorgeschrieben sind Assistenzsysteme wie der Intelligente Geschwindigkeitsassistent, der Notfall-Spurassistent, ein Notbremslicht, Müdigkeitserkennung, Rückfahrassistent und eine „Black Box“ für die ereignisbezogene Datenaufzeichnung.

Der Assistent reagiert automatisch

Der Notbremsassistent arbeitet vom Fahrer unbemerkt kontinuierlich im Hintergrund. Radarsensoren, Kameras oder laserbasierte Lidarsysteme überwachen permanent die Fahrzeugumgebung. Erkennt die Technik eine drohende Kollision, errechnet sie innerhalb von Sekundenbruchteilen, ob eine Bremsung notwendig ist. Zunächst warnt sie den Fahrer – mit optischen oder akustischen Signalen oder auch durch leichtes Ruckeln im Bremspedal. Bleibt die Reaktion aus oder erfolgt zu spät, übernimmt der Assistent selbst und leitet automatisch eine Teil- oder sogar Vollbremsung ein.

Manches funktioniert auch rückwärts

Die europäischen Pflichtsysteme arbeiten im Bereich des Stadttempos. Darüber hinaus sind optionale Systeme bis in hohe Geschwindigkeitsbereiche oder beim Rückwärtsfahren aktiv. Sie bewahren nicht allein Menschen vor Unfällen, sondern vermeiden auch ungezählte Blechschäden. Nachteile: Bei widrigen Sichtverhältnissen funktioniert der Notbremsemsassistent nicht immer ganz zuverlässig. Und sein plötzliches Eingreifen irritiert manchen Fahrer.

Die Unfallrate sinkt drastisch

Situationen, in denen der Autofahrer unaufmerksam oder müde ist, kann der Notbremsassistent entscheidend entschärfen. Auffahrunfälle werden seltener, der Anhalteweg verkürzt sich, besonders ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radfahrer gewinnen an Sicherheit. Das belegen zahlreiche Erhebungen, sie geben meist ein ähnliches Bild ab wie der Euro-NCAP-Test: Fahrzeuge mit Notbremsassistent haben um bis zu 38 Prozent weniger Auffahrunfälle mit Personenschäden.

Die Verantwortung bleibt beim Fahrer

So hilfreich die Technik ist – sie entbindet den Fahrer nicht von seiner Pflicht, aufmerksam zu bleiben. Rechtlich gesehen bleibt der Mensch am Steuer verantwortlich für sein Fahrverhalten. Der Notbremsassistent ist eine Unterstützung und kein Ersatz für die eigene Reaktion. Die Straßenverkehrs-Ordnung schreibt unmissverständlich vor, dass der Fahrzeugführer jederzeit die Kontrolle über sein Fahrzeug behalten und den Verkehr beobachten muss. Wer sich allein auf das System verlässt und die Verkehrssituation aus den Augen verliert, kann im Falle eines Unfalls haftbar gemacht werden. Der Notbremsassistent bietet ein zusätzliches Sicherheitsnetz, das einen entscheidenden Unterschied ausmachen kann.

Oldtimer einmotten: So kommt der Klassiker gut durch den Winter

Goldene Oktobertage sind für Oldtimerfreunde der krönende Abschluss der Saison

Goldene Oktobertage sind für Oldtimerfreunde der krönende Abschluss der Saison: viel Sonne, angenehme Temperaturen und perfekte Bedingungen für die letzten Ausfahrten des Jahres. Doch so sicher wie das Laub von den Bäumen fällt rückt der Winter näher. Damit der Klassiker im Frühjahr wieder zuverlässig anspringt und im besten Glanz erstrahlt, empfiehlt die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH eine sorgfältige Einlagerung.

Abschiedsfahrt mit offenen Ohren

Die letzte Ausfahrt ist mehr als ein Saisonfinale – sie bietet auch Gelegenheit für einen Technik-Check. Genaues Hinhören lohnt: Klackern und Rasseln über den üblichen Sound hinaus oder ein ungewohnt lauter Auspuff können Hinweise auf einen Reparaturbedarf sein. Ebenso Ölspuren oder Tropfen beim Blick in den Motorraum und unters Auto. Fällige Arbeiten sollten am besten noch vor dem Einmotten erfolgen oder auf dem Zettel für „Beschäftigung an Winterabenden“ stehen. Die erste Ausfahrt im neuen Jahr ist um so schöner, wenn sie nicht zur nächsten Werkstatt führt.

Volle Tanks und pralle Reifen

Vor dem Einlagern empfiehlt sich der Tankstopp. Denn ein voller Behälter verhindert Korrosion in älteren Stahlblechtanks. Auch die Reifen freuen sich über Fürsorge – drei bis vier Bar Reifendruck beugen Standplatten vor.

Sauber und geschützt

Eine gründliche Reinigung macht ebenfalls Sinn. Lack, Unterboden, Radkästen und Engstellen sollten frei von Schmutz sein. Eine Wachsschicht schützt die Oberfläche, Chromteile glänzen länger mit spezieller Politur. Gummidichtungen danken Pflege mit Geschmeidigkeit.

Technik-Check: Öl, Kühlmittel und Bremsen

Ein Ölwechsel vor dem Winter kann Schäden durch Ablagerungen im Motor verhindern. Kühlmittel und Frostschutz gehören ebenso geprüft wie die Bremsflüssigkeit, die alle zwei Jahre erneuert werden sollte. Die Batterie entweder ausbauen und kühl lagern oder per Ladegerät in Form halten. Wichtig: Der Klassiker sollte im ersten Gang oder Rückwärtsgang abgestellt werden und nicht mit angezogener Handbremse – so bleiben die Bremsen frei.

Innenraum im Blick

Auch Leder, Holz und Stoffe brauchen Pflege. Feuchtigkeit ist ihr größter Feind – deshalb Fußmatten hochnehmen oder entfernen und die Fenster einen Spalt öffnen, damit das Auto gelüftet wird. Eine atmungsaktive Abdeckhülle schützt den Wagen zusätzlich vor Staub, ohne dass Kondenswasser entsteht.

HU vorziehen

Wenn die Hauptuntersuchung (HU) ohnehin bald ansteht, lohnt es sich, diese noch vor der Winterpause erledigen zu lassen. So startet der Klassiker im Frühjahr gleich mit gültiger Plakette in die neue Saison. Für die HU und viele weitere Dienstleistungen rund um Auto und Motorrad bietet die GTÜ ein flächendeckendes Netzwerk von Prüfstützpunkten und eigenen Prüfstellen an.

Tipp der GTÜ

Noch mehr Ratschläge rund um Wartung, Pflege und Technik finden sich im Ratgeber Klassiker der GTÜ. Auf 123 Seiten führt er sehr viel Wissenswertes auf – und ist ein perfekter Lesestoff für lange Winterabende. Kostenlos erhältlich bei allen teilnehmenden GTÜ-Partnern.