Der Countdown fürs Camping-Boomjahr

Ob Wohnwagen oder Wohnmobil, die Sicherheit fährt mit in den Urlaub.

Wo das Land endet und die Freiheit beginnt: Camper trifft Leuchtturm

Die eigenen vier Wände mit in den Urlaub zu nehmen ist zum Trend für die Deutschen geworden, die Zulassungen von Wohnmobilen und Wohnwagen boomen. Für viele geht es in diesem Jahr daher erstmals auf Tour. Der Countdown läuft, die GTÜ gibt wichtige Sicherheits-Hinweise mit auf den Weg.

10 – Ausmaße

Abgesehen von kleinen Kastenwagen haben Campingfahrzeuge größere Abmessungen als die meisten Personenwagen. Daraus ergeben sich maximale Durchfahrtshöhen und -breiten – entsprechende Schilder sind zu beachten, etwa an Einfahrtstoren oder engen Bahnüberführungen. Ein simpler Trick kann helfen, brenzlige Situationen zu vermeiden: ein Spickzettel im Cockpit mit allen wichtigen Eckdaten, Höhe, Breite, Länge inklusive Fahrradträger, zulässiges Gesamtgewicht und Achslast(en). Ebenfalls hilfreich sind spezielle Routenplaner, die diese Eckdaten berücksichtigen und eine Strecke berechnen, die Nadelöhre vermeidet.

9 – Blick nach oben

Insbesondere Neulinge mit Wohnwagen und Wohnmobil richten ständig den Blick nach vorn, links, rechts oder hinten. Den Blick nach oben jedoch nicht vergessen, denn auch von dort drohen Hindernisse, zum Beispiel herabhängende Äste.

8 – Fahrmanöver

Große Campingfahrzeuge und Gespanne benötigen mehr Raum zum Rangieren, Abbiegen, Ausscheren und Einscheren. Daher immer ein wenig stärker ausholen als mit dem Pkw, um nicht irgendwo hängen zu bleiben. Aber Achtung, dabei kommt man leicht auf die Gegenfahrbahn, deshalb den dortigen Verkehr immer im Auge behalten.

Rollendes Zuhause: Auf dem Weg durch Rumänien

7 – Klangbild

Die Geräuschkulisse in einem Wohnmobil ist im Vergleich zum ruhigen Pkw anders. Es klappert in Schränken, vielleicht fällt in einem Staukasten mal etwas um, der Motor brummt dazu sein meist vernehmliches Lied. Bloß nicht ablenken lassen oder gar in Richtung Wohnraum umdrehen.

6 – Geschwindigkeit 

Wohnwagengespanne dürfen außerorts mit maximal 80 km/h unterwegs sein. Es sei denn, der Anhänger erfüllt die Anforderungen für Tempo 100 auf Schnellstraßen und Autobahnen. Wohnmobile bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht dürfen prinzipiell so schnell unterwegs sein wie ein Pkw – doch ratsam ist eine solche flotte Fahrt insbesondere für Neulinge nicht. Denn Beschleunigung, Brems- und Kurvenverhalten unterscheiden sich deutlich vom Pkw. Auch mit Seitenwindempfindlichkeit ist zu rechnen. Für die Campingfahrzeuge gelten mitunter auch andere Verkehrszeichen als für Personenwagen.

5 – Gewicht

Freizeitfahrzeuge bringen weit mehr Kilogramm auf die Waage als die meisten Pkw. Das macht sich zum Beispiel beim Beschleunigungsvermögen bemerkbar, etwa auf der Einfädelspur der Autobahn. Ein Sprint ist selbst bei durchgedrücktem Gaspedal kaum möglich. Auch auf Bremsungen wirkt sich das Gewicht aus – der längere Anhalteweg ist einzukalkulieren.

4 – Umsicht

Vorausschauend, ruhig und überlegt fahren – diese Devise gilt mit einem Freizeitfahrzeug noch mehr als mit dem Pkw, um unangenehme oder gar brenzlige Situationen zu vermeiden. Der Abstand zum Vorherfahrenden sollte stets großzügig bemessen sein, wobei dann freilich damit zu rechnen ist, dass so mancher Pkw in die schöne Lücke schert – und dann vielleicht sogar stark bremst, um wenige Meter später flott die Autobahnabfahrt zu nehmen. Da hilft nur Gelassenheit.

Sicherheit verbindet: die Schnittstelle zwischen Wagen und Wohnwagen

3 – Instabilität 

Gefürchtet bei Gespannfahrern ist das Pendeln und Schlingern. Ob es eintritt, hängt von vielen Faktoren ab, etwa Aufbauform, Lastverteilung, Stützlast, Masse, Deichsellänge, Überhang, Achssteifigkeit und der Masse des Zugfahrzeugs. Tritt es auf, gibt es nur eine richtige Maßnahme: Bremsen. Die zweite Empfehlung ist, das Anhängergewicht zu reduzieren. Anhänger-Sicherheitskupplungen und eine elektronisch gesteuerte Anhängerstabilisierung entweder im Zugfahrzeug oder im Trailer können die Wank- und Pendelneigung deutlich reduzieren.

2 – Bugsieren 

Ein spannendes Kapitel ist das Rückwärtsfahren und Rangieren, insbesondere mit dem Wohnwagengespann. Da kann man nur üben, um Routine zu bekommen – was aber im öffentlichen Verkehr mitunter nicht geht. Eine zweite, einweisende Person macht die Sache einfacher oder – insbesondere bei Gespannen – überhaupt erst möglich. Diese Person sollte nie hinter dem Mobil stehen, sondern so, dass der Fahrer sie stets im Rückspiegel sieht. Eine Rückfahrkamera kann helfen.

1 – Probieren

Um sich mit dem ungewohnten Gefährt vertraut zu machen, können ein paar Proberunden auf einem leeren Parkplatz hilfreich sein. Auch ein Sicherheitstraining empfiehlt die GTÜ. Dort lernt man nicht nur den Umgang mit kniffeligen Situationen im Verkehr, sondern übt meist auch das Rangieren und erhält viele weitere praktische Tipps.

0 – Los geht’s

Es kann losgehen: Gute Fahrt und schönen Campingurlaub.

Mobile Doppelhaushälften in der französischen Provinz

Privatleben und Beruf erfolgreich unter einem Hut

Die GTÜ erhält erneut das Zertifikat des Audits berufundfamilie für ihre familienfreundliche Personalpolitik.

Ein Herz für die Familie: bei der GTÜ sollen Privat- und Arbeitsleben harmonieren

Die Vereinbarkeit von Beruf, Privatleben und Familie ist mehr denn je gefragt. Lebensqualität zählt eben – und zahlt sich aus: Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH hat erneut die Auszeichnung mit Prädikat des Audits berufundfamilie erhalten. Es bestätigt, dass die langfristige Personalpolitik des Unternehmens familiengerecht und lebensphasenbewusst ist. Die offizielle Würdigung fand am 21. Juni 2022 im Rahmen eines Online-Events statt mit Bundesfamilienministerin Lisa Paus statt.

Hilfreich – und gut für das Betriebsklima

„Die Unternehmensstrategie der GTÜ berücksichtigt stets die Familiensituation und Lebensphasen unserer Mitarbeitenden. Dies trägt einen großen Anteil zu unserem äußerst guten Betriebsklima bei“, sagt Geraldine Katz, Personalleiterin der GTÜ. Die Mitarbeitenden der Prüforganisation nutzen die Möglichkeiten –und honorieren sie. „Der wahre Wert einer verlässlichen Bindung zum Unternehmen zeigt sich erst deutlich in Krisensituationen“, sagt Anke Heine, Referentin Marketing. „Ich bedanke mich ganz herzlich bei der GTÜ für die Unterstützung während der Pflegezeit meiner beider Eltern und die damit verbundene flexible Gestaltung meiner Arbeitszeit.“

Urkunde für Familienfreundlichkeit: Melanie Treyz und Geraldine Katz

Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmenden

Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, unterstreicht anlässlich des Zertifikats-Online-Events: „Die Coronapandemie hat nochmals unser Bewusstsein dafür geschärft, wie sehr Entwicklung, Umsetzung und Nutzen von Vereinbarkeitsangeboten von dem Miteinander abhängig sind – dem Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmenden sowie vor allem auch von den Beschäftigten untereinander.“ Schmitz fasst zusammen: „Eine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik braucht solidarisches Denken und Handeln.“

Auszeichnung bestätigt die GTÜ

Für die GTÜ ist klar: Der Nutzen einer familienfreundlichen Personalpolitik für alle Seiten lohnt den Aufwand für das Zertifikatsverfahren – und vor allem für alle Möglichkeiten, die das Unternehmen den Mitarbeitenden zur Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf einräumt. Das jüngste Audit hat wieder einmal bestätigt, dass die GTÜ ihren hohen Entwicklungsstand beibehält und bedarfsgerecht ausbaut. Die Prüforganisation wurde erstmals im Jahr 2012 mit dem Zertifikat ausgezeichnet. Es hat jeweils eine Laufzeit von drei Jahren und kann mit einer Anschlussprüfung verlängert werden.

Zufriedene Mitarbeitende

Entscheidend aber ist, dass die Familienfreundlichkeit auch gelebt wird. Achim Eberspächer, Referent Kompetenzzentrum, kann das nur bestätigen: „Bis heute bin ich mit der GTÜ als Arbeitgeber hochzufrieden. In 17 Jahren Betriebszugehörigkeit hatte ich ein einjähriges Sabbatical, die Elternzeit mit meinen neugeborenen Kindern und eine geregelte, individuell abgestimmte Wiedereingliederung nach einer längeren Krankheitsphase. Selbst eine Elternzeit im achten Lebensjahr meines Kindes war ohne weiteres möglich. Ich bin dankbar und glücklich, zur GTÜ Familie zu gehören.“

Audit berufundfamilie

Das Audit berufundfamilie steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundesfamilienministeriums und wird von führenden deutschen Wirtschaftsverbänden empfohlen. Initiiert hat es die Hertie-Stiftung. Im Juni 2022 wurden bundesweit 343 Unternehmen, Hochschulen oder Institutionen mit dem Zertifikat ausgezeichnet. Seit der Einführung im Jahr 1998 haben es mehr als 1.800 Arbeitgeber erhalten. Weitere Informationen unter berufundfamilie.de.

Sicher beladen auf Campingtour

Viel verstauen können ist prima. Aber nicht immer ganz so einfach.

Ein erfolgreiches Gespann ist das erst, wenn alle Gewichtsregeln eingehalten werden

Mit viel Vorfreude schnell mal Kleidung in Wohnwagen oder Wohnmobil verstauen, Proviant dazulegen, und schon geht es ab auf die nächste Tour – schöner Gedanke. Nur: Ganz so einfach ist es leider nicht. Denn die Ladung kann Auswirkungen aufs Fahren haben – und muss natürlich sicher verstaut sein. Ein falsch beladenes Campingfahrzeug birgt viele Unsicherheiten. Zum einen beim Fahrverhalten: Vor allem Wohnwagen, aber selbst höhere Wohnmobile können sich je nach Verkehrssituation „aufschaukeln“ – sie geraten ins Schlingern. Zum anderen durch nicht ordentlich fixierte Ladung: Sie kann sich während der Fahrt bewegen, bei plötzlichen Manövern durchs den Raum fliegen und im schlimmsten Fall bei Wohnmobilen mit direkter Verbindung nach vorn sogar Fahrer und Beifahrer gefährden. Daher: Besser also vor dem Start in die Ferien oder das lange Wochenende alles gut und sicher verstauen. Auch ein überladenes Fahrzeug beeinflusst das Fahrverhalten negativ. Bei Wohnwagen schreibt der Gesetzgeber vor, dass dieser nie mehr als Dreiviertel des Zugfahrzeugs wiegen darf.

Schweres nach unten, Leichtes nach oben

Schwere Ladung, also zum Beispiel Wasserflaschen, Konserven und die Werkzeugkiste, bringt der Camper am besten tief und gleichmäßig verteilt um die Achsen herum unter. Achslasten und Tragfähigkeit der Reifen sind zu beachten, beim Wohnwagen auch die Gewichtsverteilung von vorn zu hinten, um die richtige Stützlast auf der Anhängekupplung zu erreichen. Mittelschwere Ladung ist gleichmäßig verteilt in den bodennahen Staukästen gut aufgehoben, also etwa Schuhe, Kochgeschirr und Tetra Paks. Leichte Gegenstände wie Kleidung, Campinggeschirr und leichte Lebensmittel können in die Oberschränke wandern.

Was liegt, das fliegt

Eine Grundregel gilt fürs Beladen des Freizeitfahrzeugs: Was in ihm lose herumliegt, wird unterwegs herumfliegen. Denn schon mittelkräftige Bremsmanöver oder flott gefahrene Kurven setzen die entsprechenden Kräfte frei. Also besser die Ausstattung so verstauen, dass alles an seinem Platz bleibt. Das gilt sowohl für den Wohnraum wie für die Stauräume. Rutschfeste Matten tun hier gute Dienste, Lücken im Gepäck lassen sich mit Decken füllen, Spanngurte fixieren größere Gegenstände, fürs Geschirr gibt es spezielle Halter. Offene Regale am besten vor der Fahrt leerräumen.

Überladen kann teuer kommen

Bei Überladung des Fahrzeugs drohen Strafen, gestaffelt nach dem Grad der Überladung. In Deutschland kommt man mit maximal 235 Euro und einem „Flensburg-Punkt“ vergleichsweise glimpflich davon. Doch dabei bleibt es oft nicht: Damit die Reise überhaupt fortgesetzt werden darf, muss meist an Ort und Stelle und vor den Beamten aus- oder umgeladen werden, bis das Gewicht stimmt. Keine schöne Situation, denn oft bleibt es nicht beim Ablassen der Frisch- und Abwassertanks. Einige Nachbarländer sind noch rigoroser: Beispielsweise Luxemburg und Österreich ahnden Überladung mit bis zu 5.000 Euro, Spanien mit 4.600 Euro und Italien mit immerhin knapp 1.700 Euro. Das erfreut keine Urlaubskasse.

Sicherheitspaket: alles gut verschnürt

Profis ermitteln die Zuladung

Entscheidend ist die erlaubte Zuladung des Fahrzeugs. Sie berechnet sich aus der Differenz von maximal zulässigem Gesamtgewicht und Leergewicht. Obacht: Auch die Insassen sind Teil der Zuladung. Der Ausflug zu einer Fahrzeugwaage ist eine gute Möglichkeit, um das Fahrzeuggewicht präzise zu ermitteln, zumal Campingfahrzeuge über nachgerüstete Ausstattung sehr individuelle Gesamtmassen haben. Die Großwaage sagt ganz schnell, wie viele Kilos noch eingeladen dürfen oder ausgeladen werden müssen.

Wichtiges Werkzeug in GTÜ-Prüfstellen: die Handwaage

Sprit sparen auch beim Caravaning

Jedes eingesparte Kilogramm wirkt sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch aus. Wer optimieren möchte: Der Fachhandel hält leichte Campingausstattung bereit. Lebensmittel kann man erst am Zielort kaufen. Und der Wassertank muss ja für die Fahrt dorthin nicht unbedingt randvoll gefüllt sein.