- 05. Februar 2026
- Sicherheit & Praxis
- Rüdiger Abele
Sicherer Winter-Endspurt: Noch kann Kälte Auto, Motorrad und Fahrrad zusetzen
Frühlingssonne in Sicht? Nein, das Winterwetter kann in den nächsten Wochen noch unvermittelt und heftig zupacken.

Kälte schwächt Batterien, verlängert Bremswege, verringert die Reifenhaftung und verschlechtert die Sicht. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass kleine Mängel am Fahrzeug plötzlich groß werden – und aus „wird schon gehen“ schnell ein Sicherheitsrisiko entsteht. Das gilt für das Auto genauso wie für Zweiräder aller Art. Kurze Checks vor der Fahrt können das verhindern. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH nennt wichtige Punkte.
Auto: Die häufigsten Kälteprobleme – und die beste Vorsorge
+ Ganz vorn beim Auto stehen Startprobleme auf der Liste. Denn ältere Batterien bieten meist nicht mehr die volle Leistung. Häufige Kurzstrecken und viele Verbraucher wie Heizung, Heckscheiben- oder Sitzheizung schwächen sie zusätzlich – und der Anlasser bleibt stumm. Wer häufig kurze Wege fährt, plant daher besser ab und zu eine längere Strecke ein, damit die Batterie wieder vollständig lädt – und hält außerdem die Pole sauber.
+ Gut zu wissen: Auch reine E-Autos haben eine Starterbatterie mit 12 Volt Spannung für den Betrieb der Bordsysteme beim Anlassen. Sie wird über einen Spannungswandler vom Hochvoltsystem geladen. Auch hier: Bei kaltem Wetter regelmäßig längere Strecken zu fahren, das hält den 12-Volt-Akku fit.
+ Ebenso wichtig: Frostschutz in Scheibenwaschanlage und Kühlmittel. Ist die Mischung nicht winterfest, drohen eingefrorene Leitungen oder Düsen.
+ Bei den Reifen gilt: Kälte senkt den Luftdruck – regelmäßiges Kontrollieren ist notwendig. Profil: Für die kalte Jahreszeit empfiehlt die GTÜ mindestens vier Millimeter. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht, und zulässig sind bei winterlichen Straßenverhältnissen ausschließlich Reifen mit Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke).
+ Nicht unterschätzen: die Sicht. Vereiste oder beschlagene Scheiben, verschmutzte Scheinwerfer und zugeschneite Spiegel müssen vor jeder Fahrt komplett gereinigt werden.

Motorrad: Wenn Traktion zur knappen Ressource wird
+ Kalter Asphalt, Nässe und Salz reduzieren den Grip deutlich – und die Reifen erreichen ihre Betriebstemperatur später. Auf dem Motorrad bedeutet das geringere Sicherheitsreserven. Daher sanfter anfahren, defensiver bremsen und Kurven vorsichtiger fahren. Im Zweifelsfall das Zweirad stehen lassen.
+ Auch die Motorradtechnik kann bei Kälte schwächeln – Wartungszustand und insbesondere die Bremsen sollten daher im Blick sein.
+ Nach Fahrten auf salzigen Straßen hilft gründliches Reinigen und Konservieren des Antriebs gegen Korrosion.
+ Für die Sicherheit entscheidend: eine einwandfreie Lichtanlage und helle sowie reflektierende Kleidung.

Fahrrad und E-Bike: Bremsen, Licht und Reifen entscheiden
+ Nässe, Schmutz und Salz verschlechtern die Bremswirkung von Felgen- und Scheibenbremsen. Deshalb: regelmäßig prüfen, Beläge rechtzeitig tauschen und Bremsflächen sauber halten – das zahlt direkt auf die Sicherheit im Straßenverkehr ein.
+ Dunkelheit und Spritzwasser machen eine funktionierende Beleuchtung und saubere Reflektoren zur Pflicht.
+ Auch bei Fahrrädern gilt: Kalte Luft senkt den Reifendruck – Luftdruck und Profil gehören zum Routine-Check.
+ Winterreifen fürs Fahrrad und hier vor allem Spikesreifen geben Grip bei Eis und Schnee. An S-Pedelecs sind Spikes jedoch nicht erlaubt, da diese als Kraftfahrzeug gelten.
+ Beim E-Bike reduziert Kälte die Reichweite. Daher den Akku temperiert lagern und erst kurz vor der Fahrt einsetzen.

Der Mini-Check als bester Winter-Hack
Wer im Winter täglich und bei jedem Wetter unterwegs ist, spart viel Ärger mit dem kurzen Blick etwa auf Licht, Reifen und Bremsen. Und hat das gute Gefühl, etwas für die Verkehrssicherheit getan zu haben – ganz im Sinne der GTÜ. Zugleich hilft funktionierende Technik, unnötige Emissionen oder übermäßigen Verschleiß zu vermeiden. Das ist gelebter Umweltschutz.